Materialien

Visconti befindet sich permanent auf einer Gratwanderung zwischen Tradition und der Suche nach neuen Materialien und Komponenten.

Einige Beispiele:

Anfang der 1950er-Jahre war Plastik ganz groß im Kommen. Thermoplastische Kunststoffe wie Polyester, ABS, PVC und Plexiglas (die durch Einspritzung von geschmolzenem Material geformt werden) wurden häufig eingesetzt, um schnell und kostengünstig Utensilien aller Art herzustellen. Es gibt viele verschiedene Plastikarten, die sich in Eigenschaften wie Bruchfestigkeit, Flexibilität sowie Licht- und Verschleißfestigkeit unterscheiden. Acrylharze eignen sich besonders für die Herstellung von Füllfederhalten und werden nicht zuletzt für ihre leuchtenden Farben geschätzt. Seit kurzem wird Acryl eingesetzt, um Maserungen und Flecken zu erzielen, die an Zelluloid erinnern – mit eindrucksvollen Ergebnissen. Hierzu müssen vorab eingefärbte Platten gedrechselt werden.
Zwischen 1900 und 1960 war Bakelit das meistgenutzte Material in der Massenproduktion. Es wurde inzwischen durch spritzgegossene Kunststoffe ersetzt. Produktionsablauf: Das Material wird in Pulverform in eine Gussform gepresst. In der Positivform wird das Pulver bei 150 Grad gepresst. Dieser Vorgang wird Heißpressen genannt, weil Druck und Hitze eingesetzt werden, um das Material zu härten. Die Hitzebeständigkeit und geringe elektrische Leitfähigkeit sind wesentliche, heute noch unübertroffene Eigenschaften dieses Materials, das bei einigen Visconti-Schreibgeräten zum Einsatz kommt.
Dieses Material wurde 1864 von den Brüdern Hyatt erfunden und wird aus Baumwolle, Alkohol und Kampfer gewonnen. Der gesamte Prozess bis hin zum verarbeitbaren Material nimmt je nach der gewünschten Dicke 4 bis 8 Monate in Anspruch. Der Trocknungsprozess spielt dabei eine wichtige Rolle.

Zelluloid-Schreibgeräte wurden im Wesentlichen auf zwei Arten hergestellt:
  1. Durch Wickeln
  2. Durch Drechseln aus massiven Blöcken oder Stäben
Beide Verfahren hatten Vor- und Nachteile.
  1. Wickeln: Ein 2-3 Millimeter dickes Zelluloidblatt wird in lange Streifen geschnitten und um einen Stab gewickelt oder durch einen Kegel gezogen. Das so erzielte Rohr wird an der Naht verklebt und 20 Tage lang getrocknet.
    Vorteile: Die Farbe ist auf der gesamten Fläche einheitlich, es wird kein Material verschwendet.
    Nachteile: Bei manchen Farben kann die Naht sichtbar sein.
  2. Drechseln aus massiven Stäben: Vorteile: Einfache Durchführung in den möglichen Formen.
    Nachteile: Nur eine geringe Anzahl an Mustern steht zur Verfügung, 80 Prozent des Materials werden verschwendet.
Anmerkung zu Zelluloid
Leicht zu färben, viele Farben und Gestaltungsmöglichkeiten. Die Zusammensetzung ist absolut nicht allergen, das Material absorbiert teilweise die Feuchtigkeit der Hände und fühlt sich daher weich und angenehm an. Durch seine stoßabsorbierende Wirkung (Rückprallvermögen) eignete es sich hervorragend als Material für Füllfederhalter.
Bei der Herstellung ist es leicht entflammbar und erfordert entsprechende Vorkehrungen; bei einer Temperatur von 70 Grad wird es schon weich.
Konstante Lichteinwirkung kann eine anormale Trocknung bewirken und das Material brüchig werden lassen.

Aufbewahrung/Reinigung
Gegenstände aus Zelluloid sind an dunklen und gelüfteten Orten bei einer Temperatur von maximal 25-30 Grad aufzubewahren. Zum Reinigen eignet sich ein Silikonschwamm, wie er zum Schuhputzen benutzt wird.
Auch dies ist ein historisches Material für Füllfederhalter – und zwar das älteste. Der Erfinder ist sehr bekannt: Charles Goodyear. Es besteht aus Kautschuk, der mit Schwefel vulkanisiert wird, und war das erste Material, das für die Herstellung von Füllfederhaltern eingesetzt wurde. Leider gibt es heute nur noch wenige Hersteller, und die meisten von ihnen haben wenig Ahnung von den Farbgebungsverfahren, die bei den frühen Füllfederhalten angewendet wurden. Über die Jahre der Arbeit mit Ebonit stellte man fest, dass die Qualität des Materials schwankte, in erster Linie aufgrund seiner Hauptnutzung. Heute setzt man es nicht mehr für kostbare Objekte ein, wohl aber für technische Vorrichtungen ohne ästhetischen Anspruch. Schön gemasertes Ebonit mit Wellenlinien gibt es heute gar nicht mehr. Früher verwendete Farbstoffe wie Eisenoxid stellten sich als krebserregend heraus und werden daher nicht mehr eingesetzt. Schreibgeräte aus Ebonit werden undurchsichtig, weil Schwefel dazu tendiert, an die Oberfläche zu kommen. Bei Sonneneinwirkung kann die Farbe verblassen. 

Aufbewahrung/Reinigung

An einem sehr dunklen und gelüfteten Ort. Zum Polieren ein Mikrofasertuch (wie es für Brillengläser verwendet wird) benutzen.
Man denke an die Verwendung von Lava (Homo Sapiens), ein sehr glattes, zartes Material, sowie von Terrakotta in Anspielung an die Erde der Toskana (Brunelleschi).
Edelstahl ist ein robustes Material, das bei Visconti poliert, mattiert oder mit einer speziellen Alterungstechnik behandelt wird.
Titan ist ein chemisches Element mit dem Symbol Ti, der Ordnungszahl 22 und der Atommasse 47,9. Es hat eine Dichte von 4,45 g/cm3; der Schmelzpunkt liegt bei 1680 °C und der Siedepunkt bei über 3000 °C.
Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die Entwicklung von Raketen und Überschallflugzeugen zur Suche nach metallischen Werkstoffen mit spezifischen Merkmalen: Sie mussten fähig sein, den hohen Temperaturen in Triebwerken und der Reibung der Luft bei sehr hoher Geschwindigkeit standzuhalten.
Titanlegierungen, die leichter als Stahl und zugleich viel widerstandsfähiger sind, halfen bei der Bewältigung dieser Schwierigkeiten.
Überdies ist Titan unter anderem gegen Korrosion, viele Säuren und Salzwasser beständig.

Über uns

1988 brachte Visconti die Schreibgeräteindustrie nach einer Zeit der Abwesenheit nach Florenz zurück und machte die florentinische und italienische Handwerkskunst zum Symbol für seine Produkte, denen die folgenden Werte zugrunde liegen: italienisches Design und italienische Kreativität, Handwerkskunst, Qualität, Luxus.